Mau-Mau-Glossar

Acht (Sonderkarte)

Die Acht bedeutet: Eine Runde aussetzen – es sei denn, man kann die Attacke mit einer eigenen Acht kontern und den nachfolgenden Spieler aussetzen zu lassen.

Augen – siehe Kartenwert.

Auslegespiel

Mau-Mau gehört zur Gruppe der Kartenspiele, die man als Auslegespiele bezeichnet. Damit befindet es sich in derselben Gruppe wie zum Beispiel Rommé und Canasta. Ziel eines Auslegespiels ist es, die zu Beginn des Spiels beim Verteilen erhaltenden Karten möglichst schnell wieder „loszuwerden“ – am besten natürlich als Erster. Das „Loswerden“ geschieht durch das Auslegen bzw. Ablegen der Karten nach bestimmten Regeln.

Auslegeregeln

Beim Mau-Mau-Spiel gilt grundsätzlich: In jeder Runde kann je eine Karte auf der jeweils zuoberst liegenden offenen Karte neben dem verdeckten Stapel abgelegt werden. Die ausgelegte Karte muss in Farbe oder Wert zu der offen liegenden Karte passen. Auf eine Kreuz-Zehn darf also eine beliebige Kreuz-Karte oder eine beliebige andere Zehn (Karo, Herz oder Pik – wenn mit zwei Blättern gespielt wird, auch die zweite Kreuz-Zehn) gelegt werden. Der besondere Reiz am Mau-Mau-Spiel sind die Sonderkarten und ihre zahlreichen Regelvariationen, die die Auslegeregeln modifizieren. Diese sollten vor Beginn des Spiels abgesprochen werden.

Austeilen (= Geben)

Vor dem Spiel wird gelost, wer die Karten austeilt (gibt). In der Onlinevariante übernimmt das die Software, was in der Regel auch viel weniger Zeit beansprucht. Hat jeder Spieler seine Karten in der Hand, verbleiben auf dem Spieltisch der Stapel (Talon) der verdeckt liegenden Karten, neben dem eine weitere Karte offen abgelegt wird. Kann der im Uhrzeigersinn nächste Spieler diese bedienen (siehe nächstes Stichwort), wird er auf die offen liegende Karte eine seiner Karten ablegen oder eine weitere Karte vom Stapel aufnehmen.

Ass

Eine Ausnahmestellung neben Zahl– und Hofkarten besitzt das Ass: Sein Name leitet sich ab vom altfranzösischen/lateinischen as und bedeutet – „eine Einheit“. Es ist die erste Karte im Spiel, der im Großspiel (52 Karten) die Zahlkarten von zwei bis zehn und nach der zehn die Hofkarten (Bube, Dame, König) folgen.

Bedienen

Eine vom Vorspieler abgelegte Karte lässt sich „bedienen“, wenn eine der eigenen Karten dieselbe Farbe oder denselben Wert hat (wenn mit dem erweiterten Blatt gespielt wird, kann die Übereinstimmung auch Farbe UND Wert umfassen). Der Begriff stammt aus dem Skat.

Blatt

Mau-Mau (wie auch Skat, zum Beispiel) wird mit einem reduzierten Französischen Blatt gespielt. Die Joker und die Zahlkarten von Zwei bis Sechs fallen weg, es verbleiben also 32 Karten: Sieben bis Zehn, Bube, Dame, König As in je 4 Farben. In manchen Gegenden spielt man Mau-Mau auch mit dem vollständigen Blatt (ohne die Joker), wenn genügend Spieler beteiligt sind (ab 5).

Im deutschsprachigen Raum, insbesondere im Süden, wird auch das deutsche Blatt verwendet. Daneben wird regional auch mit anderen Kartensets gespielt, wie beispielsweise dem Bayrischen und dem Schweizer oder dem Angloamerikanischen Blatt. Die Unterschiede liegen dabei vor allem in der Zahl der Karten, der Gestaltung und Benennung der Farben sowie im Design und auch den Namen der Hofkarten.

Bube (Sonderkarte)

Eine Sonderkarte ist auch der Bube, mit dem sich eine neue Farbe gewünscht werden kann. Die Farbe muss NICHT der Farbe des abgelegten Buben entsprechen.

Und auch im Fall des Buben gilt: Kontern ist möglich! Wenn der folgende Spieler statt der gewünschten Farbe einen weiteren Buben ablegt, darf er sich selbst eine Farbe wünschen.

Farbe

Den Zahl- und Hofkarten und natürlich auch dem Ass sind zur weiteren Differenzierung Farben (eigentlich Symbole) zugeordnet. Beim französischen Blatt sind dies Kreuz, Pik, Herz und Karo. Jede Zahl- und jede Hofkarte ist also vierfach – je mit einem der vier Symbole – vertreten, insgesamt 32 Karten. Andere Blätter haben andere Farben: Im deutschen Blatt beispielsweise wird mit Eichel, Laub, Herz und Schellen gespielt.

Französisches Blatt

Die heutige Form des Französischen Blatts blickt auf eine lange künstlerische und graphische Tradition zurück. Bis weit ins 18. Jahrhunderts hinein waren Kartenspiele vor allem in den höfischen Salons ein beliebter Zeitvertrieb. Die Gestaltung der Karten trug dem Rechnung – mit dem König, der Dame und dem Buben in ihrer heutigen Form. Das französische Blatt hat 52 Karten, zum Mau-Mau-Spielen wird in der Regel das reduzierte Blatt mit 32 Karten verwendet.

Geben – siehe Austeilen.

Kartenwert

Der Kartenwert spielt beim Auszählen der Minuspunkte nach Beendigung des Spiels eine Rolle. Der Wert der Zahlkarten entspricht ihrer Benennung: Sie zählen sieben, acht, neun oder zehn Augen (Punkte). Ein Bube bringt zwei Minuspunkte, eine Dame drei, ein König vier, das Ass elf. Bei einer verbreiteten Regelvariante zählt der Bube ganze 20 Minuspunkten.

Man sollte daher also schon im Spielverlauf darauf schauen, welche Karten – wenn es denn Alternativen gibt – man am schnellsten loswerden sollte.

Kontern

Das „Kontern“ ist – wie auch das „Bedienen“ – dem Vokabular des Skatspiels entlehnt. Man kontert einen Angriff, den der Vorspieler durch das Ablegen einer Sonderkarte geführt hat: einer Sieben, einer Acht oder eines Buben. Das geschieht, indem man dieselbe Sonderkarte darauflegt und damit den Angriff „abwehrt“ – siehe Stichpunkt Sonderkarten.

Mau

Hat ein Spieler nur noch zwei Karten in der Hand und legt eine der beiden ab, ruft er oder sie „MAU“, um die Mitspieler auf das mögliche baldige Ende der Runde hinzuweisen. Wer das MAU vergisst, muss – je nach Absprache – eine oder zwei Strafkarten ziehen.

Mau-Mau

Name des Spiels und Ausruf, mit dem der siegreiche Spieler das Ablegen seiner letzten Karte feiert.

Die Herkunft des Namens ist unklar, hat aber definitiv nichts mit der Kolonialgeschichte (Mau-Mau-Aufstand in Kenia) zu tun.

Punkte – siehe Kartenwert.

Sieben (Sonderkarte)

Legt der Vorspieler eine Sieben ab, bedeutet das: Wer als Nächster an der Reihe ist, muss zwei Karten vom Stapel aufnehmen – es sei denn, er kann den Angriff mit einer eigenen Sieben kontern. Wer kontert, reicht das Pech der Sieben an den nachfolgenden Spieler weiter – dieser muss nun vier Karten aufnehmen.

Sonderkarten (auch: Strafkarten, Pechkarten, Wunschkarten)

Die Sonderkarten geben dem Mau-Mau-Spiel seinen besonderen Reiz und unterbrechen den gewöhnlichen Spielfluss des Ablegens mit besonderen Aktionen. Zu den Sonderkarten gehören Strafkarten bzw. Pechkarten (Sieben, Acht) und Wunschkarten (Bube).

Stapel / Talon

Nach dem Austeilen übrig gebliebenen Karten werden mit der Rückseite (Revers) nach oben abgelegt – sie werden als Stapel bzw. Talon bezeichnet. Die oberste Karte von diesem Stapel wird umgedreht und offen neben den Stapel gelegt – sie bildet die Startkarte, nach der sich der Startspieler beim Auslegen der ersten Karte richten muss.

Von diesem Stapel nehmen die Spieler, die die offenliegende Karte nicht bedienen können, Strafkarten.

Sind die Karten des Stapels aufgebraucht, werden die im Verlauf des Spiels ausgelegten Karten – bis auf die zuletzt abgelegte Karte – aufgenommen, gemischt und als neuer Stapel hingelegt.

Zahlkarten

Das französische Blatt umfasst 32 Karten, darunter 16 Zahlkarten – je vier pro Farbe. Die Zahlkarten sind mit ihren Werten beschriftet: Sieben, Acht, Neun und Zehn. Die übrigen Karten sind Hofkarten bzw. Asse.