Spielanleitung: Regeln und Ausnahmen

Die Grundidee des Mau-Mau-Spiels ist denkbar einfach und deshalb springen wir mit der Spielanleitung einmal direkt ins kalte Wasser. Also, hier zum Einstieg die Basics des Mau-Mau-Spiels in Kurzfassung für besonders eilige Leser:

  • Gespielt wird mit mindestens 32 Karten und mindestens zwei Spielern.
  • Ein Teil der Karten wird ausgeteilt und die nicht verteilten Karten verbleiben verdeckt auf einem Stapel (Talon) liegen. Neben diesem Stapel wird eine Karte offen hingelegt.
  • Ziel des Spiels ist es, alle erhaltenen und auf der „Hand“ befindlichen Karten schnellstens wieder loszuwerden, d.h. abzuwerfen. Dies geschieht – wie in jedem Spiel – nach bestimmten Regeln. Grundsätzlich gilt: Abgelegt wird eine Karte, die denselben Wert und/oder dieselbe Farbe hat, wie die offenliegende Karte.
  • Der Spieler, der seine Karten zuerst abgeworfen hat, ruft „Mau-Mau“ und hat gewonnen!

Das richtige Blatt zum Mau-Mau-Spielen

Gespielt wird normalerweise mit einem Blatt aus 32 Karten, bei großen Spiele-Runden können aber auch zwei Karten-Sets von je 32 Karten verwendet werden.

Am häufigsten verwendet wird das französische Blatt, seltener auch das deutsche Blatt. Diese beiden Karten-Varianten unterscheiden sich allein durch die Farbgebung und die Symbolik der sogenannten Bildkarten.

Spielvorbereitung: Mischen, austeilen, Startspieler bestimmen

Wer ganz klassisch mit anderen Leuten am Spieltisch sitzt, weiß, wie wichtig das richtige Mischen, Abheben und Austeilen der Karten ist. Im Mau-Mau-Palast geschieht das alles automatisch!

Das Austeilen erfolgt ebenso automatisch: Jeder Spieler erhält 5 Karten. Alternativ können auch sechs Karten verteilt werden.

Haben alle Spieler ihre Karten erhalten, werden die Restkarten auf einem Stapel verdeckt abgelegt. Dieser Stapel heißt in der Fachsprache Talon. Die oberste Karte wird umgedreht und offen neben den Stapel abgelegt. Sie bildet sozusagen die Startkarte für das Auslegen.

Am Spieltisch ist der Startspieler derjenige, der linkerhand vom Geber sitzt – also im Uhrzeigersinn nach ihm an die Reihe kommt. Beim virtuellen Spiel übernimmt auch dies der Algorithmus – er gibt vor, wer in der jeweiligen Runde Startspieler ist.

Der Startspieler darf als Erster eine Karte ablegen – aber welche?

Das Ablegen der Karten

Das Ziel des Spiels besteht darin, die Karten abzulegen und möglichst als Erster alle Karten loszuwerden. Für das Ablegen gibt es natürlich Regeln:

Die offen neben dem Kartenstapel liegende Startkarte bzw. die vom vorherigen Spieler abgelegte Karte besitzt einen Wert und eine Farbe. Zu diesem muss die abgelegte Karte passen!

Eine Karte abzulegen ist nur dann möglich, wenn zumindest eine auf der Hand befindliche Karte in Farbe ODER Wert mit der offenliegenden Karte übereinstimmt. Das heißt: Karo passt zu Karo, Herz zu Herz, etc. Ebenso passt eine Dame zur Dame, eine Acht zur Acht, ein As zum As usw.

Wenn mit mehr als 32 Karten gespielt wird, kann auch eine Übereinstimmung von Farbe UND Wert vorkommen: Wenn bspw. ein Kreuz-König offenliegt, kann der zweite Kreuz-König, der sich im Spiel befindet, darauf abgelegt werden.

Wer keine passende Karte auf der Hand hat, kann nicht ablegen. Außerdem muss eine zusätzliche Karte vom Stapel aufgenommen werden. Passt nun diese zur abgelegten Karte, darf sie – Glück gehabt! – sofort wieder abgeworfen werden. Es gibt jedoch auch eine Regelvariation, die vorschreibt, dass das Abwerfen frühestens in der nächsten Runde geschehen kann.

Aufgepasst: Die Sonderkarten.

Mau-Mau wäre ein fruchtbar langweiliges Spiel, wenn es die Sonderkarten nicht gäbe. In der Regel sind es drei: die Sieben, die Acht und der Bube.

Die „Nimm 2“ Sieben

Die erste Sonderkarte ist die Sieben, sie ist eine „Nimm2“-Karte! Das heißt, sie zwingt den nachfolgenden Spieler nicht nur eine sondern gleich zwei Karten vom Stapel aufzunehmen. Alternativ kann der nächste Spieler jedoch mit einer weiteren Sieben „kontern“. Das rettet ihn vorm Ziehen der Strafkarten – und bestraft den Nächsten in der Runde gleich doppelt: Dieser muss nämlich vier Karten vom Stapel der verdeckt liegenden Karten nehmen.

Ob und wie lange das Spiel mit der bösen Sieben fortgesetzt werden darf, hängt von der jeweiligen Regelvariation ab: Manchmal ist nach der zweiten Sieben Schluss, manchmal gibt es keine Begrenzung.

Die „einmal aussetzen“ Acht

Die zweite Sonderkarte ist die Acht: Sie zwingt den Nachfolgenden, eine Runde auszusetzen. Doch auch hier gibt es die Möglichkeit des Konterns: Mit einer eigenen Acht wird die Aussetzrunde an den nächsten Spieler weitergereicht.

Und auch hier gilt in der Regel: Liegen schon zwei Achten übereinander ist es genug, nun wird ausgesetzt! Man kann sich natürlich auch anders verabreden…

Der „Wünsch Dir was!“ Bube

Die dritte Sonderkarte ist der Bube. Im Skatspiel ist er die Trumpfkarte – und auch beim Mau-Mau verleiht er dem Spieler, der ihn ausspielt, eine besondere Kraft: Er erhält damit nämlich das Recht, sich eine Farbe zu wünschen.

Wirklich Sinn macht das eigentlich nur beim Spiel zu zweit, denn bei mehreren Mitspielern ist die Farbserie oft wieder beendet, bevor man selbst wieder an der Reihe ist. Denn sagen wir: Der Spieler wirft einen Buben ab und wünscht sich Karo. Der nachfolgende Spieler spielt eine Karo-Dame, doch schon der nächstfolgende Spieler legt eine Pik-Dame darauf. Das ist zwar sein gutes Recht, doch ist damit das gewünschte Karo bereits nach zwei Spielzügen obsolet – soll heißen: Der Buben-Ausspieler hat nichts von seinem Wunsch.

Wenn man allerdings ahnt, dass der nächste Spieler keine Karten einer bestimmten Farbe hat und daher eine Strafkarte ziehen muss, dann macht das Wünschen doch gleich noch mehr Spaß, egal wie groß die Runde ist!

Aber wie im Fall der Sieben und der Acht gilt auch hier: Ob mit einem eigenen Buben der Wunsch des vorigen Buben aufgehoben und in einen eigenen Farbwunsch verwandelt werden kann – darüber sollte man sich vor dem Spiel verständigen.

Ein erstes „Mau“ heißt: Das Spielende naht!

Wer an der Reihe ist und nur noch zwei Karten in der Hand hat, von denen mindestens eine zur vom Vorspieler abgelegten Karte passt, erinnere sich an den Namen des Spiels: Er ist nämlich fast fertig mit dem Ablegen und verkündet dies mit einem „Mau!“

Wer das vergisst, wird mit einer oder zwei (je nach Absprache) Strafkarten vom Stapel bedacht. Und schon ist es vorbei mit dem Traum vom schnellen Sieg!

Außerdem reizt ein solcher „Mau!“-Ruf natürlich die übrigen Spieler, alle taktischen Register zu ziehen, um den nahenden Sieg des Gegners zu verhindern. So kann es durchaus passieren, dass dem Fast-Schon-Sieger in der nächsten und vermeintlich letzten Runde eine Sieben oder eine Acht hingeworfen wird – ätsch, angeschmiert! Jaja, das Mau-Mau-Spiel kann auch strategisch sein…

Ein doppeltes „Mau“ – also ein „Mau-Mau!“ verkündet den Sieg

Ein Spieler hat geistesgegenwärtig Mau gerufen, die letzte Runde ist gespielt und das Glück war ihm hold. So kann er auch die letzte Karte ablegen und er hat gewonnen. Das gilt es natürlich zu feiern – am echten Kartentisch mit einem kräftigen „Mau-Mau!“, am virtuellen Tisch des Mau-Mau-Palasts sollte man natürlich kurz schauen, ob man sein Umfeld damit nicht zu sehr irritiert 😉

Punktwerte zählen

Während der Sieger noch feiert, müssen die Mitspieler die Punktwerte (Augen) der Karten zählen, die sie noch auf der Hand halten.

Die Zahlkarten entsprechen ihrem Wert – also die Sieben zählt sieben Punkte, die Acht acht usw.

Die Hofkarten haben Sonderwerte: ein Bube bringt zwei Minuspunkte, eine Dame drei, ein König vier, das As elf.

Man sollte also schon im Spielverlauf darauf achten, die Karten mit den hohen Punktwerten möglichst schnell loszuwerden. Wenn es also eine Alternative gibt und man – wenn Kreuz gefordert ist – entweder die Kreuz-Zehn oder den Kreuz-König abwerfen kann, sollte man definitiv die „teure“ Zehn loswerden!

Auch bei der Punktezählung gibt es natürlich Varianten: So kann der Bube – bei vorheriger Absprache – nicht nur ein charmanter Wunsch-Erfüller sein, sondern auch ein wahrer Unhold. Dann nämlich, wenn man vereinbart, dass der Bube beim Punktezählen nicht zwei sondern zwanzig Minuspunkte zählt. Wenn man ihn also bis fast zum Schluss aufheben möchte, ist das durchaus riskant!

Du siehst – das auf den ersten Blick so einfache Mau-Mau-Spiel hat es ganz schön in sich und die vielen möglichen Regelvariationen bringen ordentlich Spielespaß! Also los, ran an den virtuellen Kartentisch! Du meinst, dass du kein Fan von Mau-Mau wirst? Schau dir gern auch unsere anderen Spiele an und bezwinge deine Gegner beim Skat, Rommé, Doppelkopf oder Schafkopf.